Werner Feld
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Landschaftserhalt statt Asphalt

 

Stellungnahme an den Regionalverband Ruhr


An den
Regionalverband Ruhr
Per Mail
Regionalplanung@rvr.ruhr



Stellungnahme des Vereins Bürgerinitiative ProFeld e.V. 
zum Entwurf des Regionalplans Ruhr
Hier: Fläche Boc_ASB_02 (Landschaftsschutzgebiet im Bochumer Osten zwischen Werner Hellweg, Do Wilhelmshöh, Friedhof und Schrebergartenanlage)



Unser Verein ProFeld e.V. hat 59 aktive Mitglieder und vertritt die Bürgerinnen und Bürger im Bochumer Osten und Lütgendortmund. Mehr als 500 Menschen beteiligten sich regelmäßig an unseren Aktivitäten und besuchten unsere Veranstaltungen. Diese Bürger vertrauen darauf, dass ihre Meinung von den politisch Verantwortlichen gehört und berücksichtigt wird.



Jede Bebauung des Werner Feldes lehnen wir strikt ab! Wir fordern Sie daher auf, den Status des Werner Feldes im Regionalplan als Landschaftsschutzgebiet zu erhalten!
Die Analyse im Datenblatt des RVR verkennt völlig die Realtität, denn es handelt sich um eine Fläche, deren Erholungswert und Bedeutung für die Menschen im angrenzenden Bochum Werne und Dortmund Lütgendortmund erheblich ist! Es ist uns unerklärlich, wie die Verwaltung des RVR zu der Behauptung kommt, dass ein Schutzgut für die menschliche Gesundheit im Planungsgebiet nicht vorhanden sei.
Das Werner Feld ist mit gutem Grund Landschaftsschutzgebiet! Als Freifläche in einem dicht besiedelten Gebiet erfüllt es wichtige Funktionen als
Frischluftschneise
Regulatur für die Lufttemperatur
Ruhezone und Erholungsgebiet für die Bürgerinnen und Bürger.
Im heißen Sommer 2018 und in den hochsommerlich warmen Oktobertagen ist noch einmal die große Bedeutung von Freiflächen für den Klimaschutz deutlich geworden. Alle relevanten Forscher warnen davor, weitere Freiflächen zu versiegeln. Gerade in den hochverdichteten Regionen des Ruhrgebietes müssen größere Flächen zum Luftausgleich und zur Temperaturregelung erhalten bleiben. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Es ist unsere Aufgabe, ihnen ein lebenswertes Umfeld zu hinterlassen.
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass der Stadtteil Bochum Werne ohnehin eine hohe Versiegelung aufweist und von Gewerbegebieten und Autobahnen umgeben ist. Für die Bürgerinnen und Bürger hat das Werner Feld durch seine Anbindung über den Friedhof und die Schrebergärten einen hohen Freizeit- und Erholungswert. An einem beliebigen Sonntag haben wir als Verein nahezu 1000 ältere und junge Menschen, Kinder und Erwachsene auf dem Werner Feld gezählt, die dort joggten, Fahrrad fuhren oder spazieren gingen. Für sie alle bedeutet das Werner Feld mehr als eine beliebige Freifläche, für sie bedeutet es Lebensqualität und ein Stück Heimat.
Hinsichtlich der geplanten Umwidmung des Werner Feldes sehen wir erhebliche Verstöße gegen Ziele und Grundsätze der Landesentwicklungsplanung als übergeordnete Planungsebene in NRW.
Zudem widerspricht die  Planung der in der Präambel des Regionalplans dargestellten Zielperspektive in ganz wesentlichen Bereichen. Exemplarisch sei hier aus der Präambel zitiert: „Wir wollen den Freiraum in der Region und dessen natürliche Ressourcen nachhaltig schützen, diese für landwirtschaftliche Produktion erhalten, sowie dessen Freizeit- und Erholungsqualität sichern und weiterentwickeln.“
Dieser wesentliche Grundsatz scheint - bezogen auf das Werner Feld - aufgegeben worden zu sein. Freiraumschutz wird einerseits im Regionalplan in Bezug auf seine große Bedeutung für Mensch und Umwelt sowie für den Klimaschutz stark betont. Andererseits soll er bezogen auf das Werner Feld offensichtlich anderen Zielen geopfert werden. Dazu passt aus unserer Sicht die in der Regionalplanung neue Einschätzung des Werner Feldes als Bereich ohne schutzwürdige Güter. Hier werden offensichtlich Begutachtungen von Flächen an die Planungswünsche des RVR angepasst
Der Oberbürgermeister und Baurat der Stadt Bochum haben bereits im Jahr 2017 darum gebeten, von einer Aufnahme des Werner Feldes in den Regionalplan abzusehen. Als Fläche für Wohnbebauung ist die Fläche in Bochum nicht vorgesehen. Um so unverständlicher ist für uns der Entwurf der Verwaltung des RVR.
Wir werden allen Plänen zur Bebauung des Werner Feldes erheblichen Widerstand entgegensetzen und vertrauen darauf, dass Klimaschutz und Erholungswert für die Bürgerinnen und Bürger auch für die Vertreterinnen und Vertreter im RVR zu berücksichtigende Ziele bei der Zukunftsplanung sind.


Dr. Beate Scheffler
1. Vorsitzende

 


 

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